Mit einem 60 Kilometer langen Abschnitt zum Hauser Kaibling, wo auf 1.840 Metern das Dach der diesjährigen Alpentour Trophy erreicht wurde, begann das viertägige Etappenrennen am Donnerstag in der Region Schladming-Dachstein. Die Tagessiege auf der mit 2.100 Höhenmeter gespickten Auftaktetappe gingen in der Elite an Deutschland mit Jakob Hartmann und Tanja Priller.
Hartmann sorgte für den ersten deutschen Tageserfolg bei den Männern seit fünf Jahren. “Ich mag die Hitze eigentlich, für mich könnte es noch heißer sein“, meinte er angesprochen auf die gut sommerlichen Temperaturen, die am Donnerstag in Schladming vorherrschten. “Es lief echt gut und wir haben auch gut zusammengearbeitet im Rennen, dann war es am Ende der direkte Kampf Mann gegen Mann“, erzählte der Deutsche weiter, der vor dem Italiener Lorenzo Samparisi und dem Niederländer Tim Smeenge, beide schon Etappensieger bei dem Rennen, den ersten Tag gewinnen konnte.
Schon früh im Rennen, am ersten Anstieg, bildete sich eine achtköpfige Gruppe um den späteren Sieger. Aus dieser heraus konnte er sich mit Samparisi und Smeenge absetzen, während die restlichen Fahrer die Verfolger bildeten. 1:26 Minuten hatte Hartmann am Ende Vorsprung auf Samparisi, Smeenge erreichte das Ziel 3:03 Minuten hinter dem Sieger. Bester Österreicher wurde Jakob Reiter als Vierter. Der Oberösterreicher überraschte damit auch seine Erwartungen.
“Mit dem hätte ich nicht gerechnet, dass ich so weit vorne mitfahre. Das war ein richtig guter Auftakt und genau an dem will ich jetzt die nächsten Tage anschließen“, schilderte er. Pech hingegen hatte Vorjahressieger Hermann Pernsteiner, der etliche Minuten aufgrund einer defekten Gabel verlor, zwar das Rennen fortsetzen konnte, aber als Tageszwölfter schon einen Rückstand von 13:35 Minuten aufwies.
“Die Gabel wurde leider locker und ich musste anhalten und sie wieder fixieren. Das kostete ordentlich an Zeit. Ansonsten war es perfekt zum Fahren und hat wie immer Spaß gemacht bei der Alpentour. Dennoch sind die Ambitionen in der Gesamtwertung nun weg für mich und ich werde mich auf Etappensiege nun konzentrieren“, so Pernsteiner.
Bei den Frauen war es über die erste Hälfte ein Duo, welches das Renngeschehen dominierte, mit der späteren Siegerin Tanja Priller, im Vorjahr Gesamtvierte der Alpentour Trophy und der in Graz lebenden Nina Mosser, die am Weg hinauf zum Hauser Kaibling ihre Kontrahentin ziehen lassen musste.
“Ich habe mich sehr gut gefühlt, probierte so lange es an Tanja dranzubleiben, aber die hatte so einen starken Tag heute. Am Ende versuchte ich noch etwas aufzuholen im Downhill“, schilderte Mosser, die 3:59 Minuten hinter Priller im Ziel ankam. “Es ist richtig gut gelaufen“, resümierte Priller zufrieden, die aber am Ende auch mit den heißen Temperaturen zu kämpfen hatte: “Vor allem am letzten Anstieg war es richtig heiß.“ Tagesdritte wurde die Tirolerin Tina Kindlhofer.
Am Freitag, auf der zweiten Etappe, geht es über 63,5 Kilometer und gleich zu Beginn wartet der lange Anstieg zum Fuße der Dachsteinseilbahn, ehe es über Pichl und das Untertal retour geht nach Schladming.

